Bearbeitet Medizinstudent aus Mazedonien
Sehr geehrte Damen und Herren,


ein Bekannter von mir macht gerade sein Medizinstudium in Mazedonien.
Er ist momentan noch im 5. Semester, er würde aber gerne ab dem 9. Semester
hier in Hamburg studieren, sprich in ca. 2 Jahren. Meine Frage lautet nun,
ob dies möglich sei und welche Wege man gehen müsse.

Ich bedanke mich recht herzlich schon mal im Vorraus.

Mit freundlichen Grüßen
Jasmina Murati
:)
Re: Medizinstudent aus Mazedonien
Liebe Frau Murati,

Unter Umständen ist das möglich - ratsam ist es aber nicht. Ich erläutere das im Folgenden.

Wenn Ihr Bekannter im Ausland Medizin studiert hat, hat er zwei Möglichkeiten einer Bewerbung zur Fortsetzung des Studiums an der Uni Hamburg:

1. Er bewirbt sich für den Studiengang Medizin als Studienanfänger und lässt zu einem späteren Zeitpunkt nach der Immatrikulation prüfen, in welchem Umfang anrechenbare Leistungen aus seinem vorherigen Studium vorliegen. Wie er sich in diesem Fall an der Uni Hamburg bewirbt, hängt zunächst davon ab, ob er für eine Studienbewerbung deutschen Studienbewerber/innen gleichgestellt ist. Dies ist er, wenn er eines der auf der folgenden Seite oben angegebenen Kriterien erfült: https://www.uni-hamburg.de/campuscenter ... start.html Sollte er eines der Kriterien erfüllen, bewirbt er sich über hochschulstart.de. Sie finden die dafür einschlägigen Informationen hier: https://zv.hochschulstart.de/index.php?id=9

Sollte er keines der Kriterien erfüllen, bewirbt er sich direkt an der Uni Hamburg. Sie finden die dafür einschlägigen Informationen hier: https://www.uni-hamburg.de/campuscenter ... hluss.html und in diesem Merkblatt: https://www.uni-hamburg.de/campuscenter ... chelor.pdf

2. Er bewirbt sich für den zweiten Studienabschnitt des Studiengangs Medizin. Eine Bewerbung für den zweiten Abschnitt des Studienganges Medizin ist an der Uni Hamburg erst nach der bestandenen Ersten Abschnittsprüfung (Physikum) möglich, daher benötigt er für diese Möglichkeit der Bewerbung eine Anerkennung seiner bisherigen Studienleistungen als Erste Abschnittsprüfung. Informationen dazu, wie er diese Anerkennung erhalten kann und zum Bewerbungsverfahren für den zweiten Studienabschnitt finden Sie in dem folgenden Merkblatt: https://www.uni-hamburg.de/campuscenter ... edizin.pdf Über diesen Weg hat er an der Uni Hamburg aber nur sehr geringe Zulassungschancen, da die Plätze für den zweiten Abschnitt zunächst durch diejenigen Studierenden der Uni Hamburg in Anspruch genommen werden, die nach dem Bestehen der entsprechenden Prüfungen ihr Studium fortsetzen wollen. Die Zulassungszahlen für Studienanfänger/innen sind an der Uni Hamburg aber höher als die für den zweiten Abschnitt, daher bleiben in der Regel nur sehr wenige Plätze für Ortwechsler/innen übrig.

Soviel zu den zu gehenden Wegen - nun noch die wichtige Information, die dazu führt, dass ich oben sagte, dass eine Fortsetzung eines fortgeschrittenen Medizinstudiums im Ausland an der Uni Hamburg nicht ratsam ist: An der Medizinischen Fakultät der Uni Hamburg werden Ortwechsler/innen aus studienorganisatorischen Gründen nicht entsprechend der ihnen angerechneten Leistungen hochgestuft. Das bedeutet, dass sie zwar die den angerechneten Leistungen entsprechenden Leistungen nicht noch einmal erbringen müssen, dennoch dürfen sie aber auch nur die Leistungen erbringen, die dem Fachsemester entsprechen, in das sie sich beworben haben. Bei einer Bewerbung als Studienanfänger/in wäre das das 1. Fachsemester, bei einer Bewerbung für den zweiten Studienabschnitt wäre es das 5. Fachsemester. Wenn Ihr Bekannter nun schon 8 oder 9 Semester studiert hat, hätte er bei einem Wechsel an die Uni Hamburg je nachdem, wie viel von seinen Leistungen aus dem Ausland ihm angerechnet wird, eine lange Leerlaufzeit nach Studienbeginn. Bei einer Bewerbung als Studienanfänger wäre diese Zeit sehr lang, bei einer Bewerbung ins 5. Fachsemester könnte sie kürzer sein, hier stehen aber, wie oben erläutert, die Chancen auf Zulassung sehr schlecht.

Daher würde ich Ihnen raten, sich zunächst auch an anderen deutschen Hochschulen nach den Möglichkeiten einer Fortsetzung eines Medizinstudiums im Ausland zu erkundigen - ggf. sind seine Möglichkeiten dort günstiger. Weiterhin sollte er auch in Betracht ziehen, sein Studium im Ausland zu beenden. Wenn er im Anschluss in Deutschland als Arzt tätig werden möchte, sollten Sie sich frühzeitig beim Landesprüfungsamt für Heilberufe (LPA) danach erkundigen, ob es mit einem abgeschlossenen Medizinstudium aus Mazedonien möglich ist, eine Approbation zu erhalten. Erste Informationen dazu und Kontaktdaten des LPA finden Sie hier: http://www.hamburg.de/contentblob/27737 ... ittst-.pdf

Mit besten Grüßen,
Birte Schelling
Beratung und Administration
Campus-Center
Universität Hamburg
Re: Medizinstudent aus Mazedonien
Sehr geehrte Frau Schellig,


ich bedanke mich viel mal's für die informationsreiche Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen
Jasmina Murati
Re: Medizinstudent aus Mazedonien
Jasmina Murati hat geschrieben: Fr 29. Sep 2017, 14:39 Sehr geehrte Damen und Herren,


ein Bekannter von mir macht gerade sein Medizinstudium in Mazedonien.
Er ist momentan noch im 5. Semester, er würde aber gerne ab dem 9. Semester
hier in Hamburg studieren, sprich in ca. 2 Jahren. Meine Frage lautet nun,
ob dies möglich sei und welche Wege man gehen müsse.

Ich bedanke mich recht herzlich schon mal im Vorraus.

Mit freundlichen Grüßen
Jasmina Murati
:)
Hallo Jasmina, könntest du mich anrufen vielleicht ? 017673503561
Re: Medizinstudent aus Mazedonien
Hallo Yara Alhamdan,

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum internetöffentlich einsehbar ist. Vielleicht möchten Sie Ihre Telefonnummer daher hier wieder entfernen. Wenn Sie Kontakt zu der Person suchen, die diesen Beitrag verfasst hat, könnte ich ihr eine Mail an die hier angegebene Mailadresse senden und ihr Ihre Telefonnummer zusenden.

Mit besten Grüßen,
Birte Schelling
Beratung und Administration
Campus-Center
Universität Hamburg
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